Sonntag, 14. Dezember 2014

Energiewende Dämmwahn Wahn-Sinn




Schon seit längerem werden wir mit Artikeln und Berichten über Wärmedämmung in Gebäuden und die Energiewende regelrecht überschüttet.
Je nach Verfasser sind die Vermieter die Bösen, die Industrie oder die Politik.

Es ärgert mich, dass Themen wie Bauphysik, Energieeinsparziele und Mietrecht durcheinander geworfen werden. Mir ist auch völlig unverständlich, warum derart hysterisch über dieses Thema berichtet wird und die physikalischen Gegebenheiten ebenso außer acht gelassen werden, wie die langjährigen guten Erfahrungen bei Niedrigenergie- und Passivhäusern.

Sogar die FAZ hat im Mai einen Artikel unter dem Titel "Stoppt den Dämmwahn" veröffentlicht und zitiert dazu sogar einen bekannten "Kämpfer gegen den Dämmwahn". Fakten, Daten und Zahlen werden leider kaum genannt.

Daher der Versuch einer sachlichen Betrachtung/Zusammenfassung:

Wärmedämmung - egal ob Innen-, Außen- oder Dachdämmung - funktioniert. Einfachste Bauphysik: Der Wärmedurchgang wird reduziert. Dadurch sinken die Heizkosten und der CO2-Ausstoß wird reduziert.
Die von Gegenern der Wärmedämmung oft angeführte Reduktion der solaren Gewinne ist um ein vielfaches geringer als die Senkung des Wärmedurchgangs.

Wärmedämmung sorgt für ein gutes Raumklima, Außenecken sind nicht mehr kalt, es "zieht" nicht mehr. Die Gefahr des Schimmelpilzbefalls sinkt.

Die Energie, die zur Herstellung der Dämmstoffe benötigt wird (Primärenergie) ist meist nach 1 bis 2 Jahren durch den geringeren Heizwärmebedarf eingespart.

Eine gut geplante und ausgeführte Wärmedämmung hält länger als 30 Jahre - ebenso natürlich Fenster.

Ungerechterweise erlaubt der Gesetzgeber den Eigentümern, die Umlage der Kosten im Rahmen der energetischen Sanierung auf die Mieter mit 11% jährlich. Folglich sind Dämmung und Fenster nach 9 Jahren "bezahlt", halten aber viel länger.
Mieter werden dadurch mit hohen Kosten belastet und die energetische Sanierung ist für Viele nur noch negativ. Aus Prüfungen von Mieterhöhungsverlangen nach energetischen Sanierungen weiß ich, dass immer wieder unberechtigt hohe Kosten auf die Mieter abgewälzt werden.

Häufig wird minderwertiges Material ohne entsprechende Planung verbaut oder die Verarbeitung ist mangelhaft, was schnell zu Schäden führt. 



Die Verringerung des Heizwärmebedarfs ist notwendig. Wir verbrauchen einen Großteil unserer Energie für die Beheizung von Gebäuden. Bei Autos schauen wir heute auf jedes Gramm CO2, bei der Gebäudebeheizung scheint es aber auf die eine oder andere Tonne nicht anzukommen.

Die Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.
Ich werde von keinem Hersteller oder Verband  finanziell unterstützt.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schicken Sie diese gerne an info@goetzautenrieth.de

Foto.Fotalia.com

Mittwoch, 30. Juli 2014

Was ist nach dem Entfernen von Schimmelpilzen zu tun?

Sie hatten einen Schimmelpilzbefall, entweder einen kleineren, den Sie - zum Beispiel mit Spiritus - selbst enfernt haben; oder einen größeren, der fachmännisch von einem Unternehmen beseitigt wurde.

Ist die Sache damit erledigt, sind Sie den Schimmel "los"? Leider nicht ganz ...

Häufig kommt es in Wohnungen oder Häusern, in denen einmal Wachstum von Schimmelpilzen aufgetreten ist, kurze Zeit später erneut zu einem Befall.
Dies kann daran liegen, dass die Ursache nicht beseitigt wurde: z.B. Eindringende Feuchtigkeit durch eine Leckage, Wärmebrücken an Außenwänden, so dass gute Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze fortbestehen.

Der erneute Befall kann aber auch eine andere Ursache haben:
Schimmelpilze bilden eine große Zahl von Sporen. Diese mikroskopisch kleinen Sporen werden durch Luftbewegungen in der Wohnung oder dem Haus verteilt.Ähnlich wie Staub fliegen sie überall hin: Auf oder hinter Schränke, auf Bücher, Regale, Türrahmen usw.
An diesen Stellen, an denen sicher nicht wöchentlich Staub gewischt oder gesaugt wird, können die Sporen "warten".

Finden die Sporen nun an einer Stelle die oben genannten guten Wachstumsbedingungen vor, entsteht schnell ein neuer Befall.
Immer wieder wird auch berichtet, dass gesundheitliche Beschwerden wie z.B. Allergien, Husten, Abge- schlagenheit und Hautreizungen, nach dem Entfernen der Schimmelpilze bestehen bleiben.

Aus den genannten Gründen ist eine sogenannte Feinreinigung nach dem Entfernen der Schimmelpilze unerlässlich.
Das Umweltbundesamt schreibt dazu in seinem "Schimmelpilzsanierungs-Leitfaden" (1): "Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sollte eine Feinreinigung der betroffenen Räume erfolgen."
und : "Notwendig ist die Feinreinigung aller Oberflächen..."

Dazu werden glatte Flächen mit einem feuchten Lappen abgewischt, um die verbliebenen Sporen aufzunehmen.
Textile Materialien, wie Teppiche, Sofas, Sessel - die nicht primär befallen waren, also auf denen kein aktives Wachstum von Schimmelpilzen aufgetreten ist - können mit einem Spezialsauger, der die Sporen zurückhält, abgesaugt werden. Bitte verwenden Sie keinen Haushaltsstaubsauger, da dieser Sporen icht zurückhält, sondern mit der ausgeblasenen Luft überall verteilt.

Auf dem nachfolgenden Bild sehen Sie einen solchen Spezialsauger. Es handelt sich um einen Gefahrstoffsauger der Staubklasse H, der auch für das Saugen von Asbeststaub zugelassen ist.




Er verfügt über einen speziellen Hauptfilter, hält dadurch 99,995% der Partikel zurück (2) und gewährleistet so eine gründliche Reinigung.

Ein Tipp von mir: Sie können ein solches Gerät auch als "Luftwäscher" einsetzen. Dazu lässt man das Gerät einfach ohne Schlauch einige Zeit im betroffenen Raum laufen. Die Raumluft wird angesaugt, gefiltert und wieder ausgeblasen.
Auf diese Weise wird die Raumluft von evtl. vorhandenen Pilzsporen, Asbestfasern, Pollen und anderen Kleinstpartikeln befreit.

Sie können ein solches Gerät bei mir mieten. Sprechen Sie mich gerne darauf an.

Ihr Götz Autenrieth



(1) Umweltbundesamt: Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen 
(2) Angaben des Herstellers Nilfisk-Alto

Mittwoch, 19. Februar 2014

So wird uns die Energiewende im Wohnungsbau vermiest ...

Die Energiewende.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht Neuigkeiten über die Energiewende erfahren. Häufig wird  von energetischen Sanierungen berichtet, von Wärmedämmung und immer öfter taucht Contracting im Wohnungsbau auf ...

Die Berichterstattung erscheint mir manchmal einseitig, es wird viel von Skandalen, Kosten für den Verbraucher und von schief gelaufenen Projekten berichtet. Doch warum wird so selten über das eigentliche sehr sinnvolle Ziel, die positiven Entwicklungen gesprochen?
Und was ändert sich für die Verbraucher, Nutzer und Bewohner durch das Ziel der Politik die CO2-Emmissionen  und den Energieverbrauch in Gebäuden zu senken?

Klar ist, dass wir vor massiven Veränderungen stehen: Durch den Einsatz moderner Technik, wie z.B. Elektronische Steuerungen, Niedersttemperaturheizungen, müssen wir uns mehr mit dem Thema der Beheizung auseinandersetzen, müssen Neues Lernen; durch die mittlerweile vorgeschriebene Luftdichtigkeit der Gebäude müssen wir unser Lüftungsverhalten ändern.
Notwendige umfangreiche Sanierungen im Bestand führen erst einmal zu Kosten und Belastungen für die Bewohner.

Eine Sanierung steht an

Nun soll es also losgehen und dann sehen wir so etwas in der Zeitung:



Eine gedämmte Fassade brennt.

In den letzten Jahren wurde zunehmend über die vermeintliche Gefahr von brennenden WDVS berichtet. Feuerwehrleute wurden im Fernsehen "vorgeführt" und angebliche Brand-Beispiele gezeigt.

Niemand wird die umfangreiche und oft reißerische Berichterstattung hinterfragen. Wenn man es aber doch tut, kommt man zu interessanten Ergebnissen:
Zitate der Feuerwehr bei einem Brand in Frankfurt waren gekürzt und der Inhalt der Aussagen dadurch verfälscht.

Die auf dem Foto gezeigte Fassade in Berlin ist ein Schienensystem, das nicht  fest mit der Fassade verklebt war, hinter dem sich die Flammen hochzogen, sogenannter Kamineffekt. Die hessische Energiesparaktion hat dazu einen Artikel aus der deutschen Feuerwehr-Zeitung von 06/2005 veröffentlicht:
http://www.energiesparaktion.de/downloads/Kacheln/Braende/Brandschutz_Berliner_Brandfall_2005.pdf

Weitere Informationen zu Bränden an WDVS finden Sie unter:

http://www.energiesparaktion.de/downloads/Presse/2013/PM_10_13.pdf

Die Berichterstattung ist in etwa so, als würde man aber einen Unfall mit einem LKW mit defekten Bremsen berichten und schlussfolgern, dass alle LKW lebensgefährlich sind und Unfälle haben müssen.

Aber: Eigentümer und Mieter sind verunsichert ... und so kommen erste Zweifel auf und Sanierungen ins stocken.

Dazu gibt es auch noch "Experten" die von "Plastikfolie" schreiben, wenn sie über ein Dämmsystem berichten oder die Physik "auf den Kopf stellen" und erzählen, dass gedämmte Gebäude mehr Energie verbrauchen als ungedämmte.
Es wird eine emotionale, machmal regelrecht hyterische Diskussion über Gebäudedämmung und Energieeinsparung geführt und irrational argumentiert. Warum, ist mir bis heute nicht klar ...

Oder Herstellerseiten, die Listen von Berichten über WDVS veröffentlichen:


Völlig "uneigennützig" natürlich und nur, um die Verbraucher zu warnen. Rein zufällig handelt es sich hier um einen Ziegelhersteller, der natürlich lieber seine Ziegel verkaufen möchte.


Folgen für die Mieter

Ein weiterer Aspekt kann uns die "Lust" an der Energiewende richtig vermiesen: Unsere Gesetzgebung.
Die Kosten von energetischen Sanierungen, mit denen nachhaltig Energie eingespart wird, können Eigentümer auf die Mieter umlegen, und zwar mit 11% der Kosten.
Das heißt: Die Jahreskaltmiete einer Wohnung erhöht sich um 11% der Kosten der Sanierung, berechnet anteilig nach Wohnfläche.

Was das bedeuten kann, sehen Sie auf dem nachfolgenden Bild:

Eine  Erhöhung der Monats-Kaltmiete um  € 3,- pro qm! Dass diese Erhöhung bei Heizkosten von meistens ca. € 1,- pro qm im Monat nicht durch Energieeinsparung kompensiert werden kann, ist leicht nachvollziehbar.
Die oft beschworene "warmmietenneutrale" energetische Sanierung hat hier nicht statt gefunden. Ob die Berechnung korrekt erfolgte und ohnehin notwendige Instandhaltungen ("Sowieso-Kosten") abgezogen wurden, wird derzeit geprüft.

Die Umlage von jährlich 11% der Kosten hat zur Folge, dass die Mieter nach 9 Jahren die Sanierung komplett bezahlt haben.
Aber - eine gute Planung und fachgerechte Ausführung vorausgesetzt - eine Wärmedämmung oder eine moderne Heizungsanlage halten länger als 9 Jahre.
Auch ich bin für die - zumindest teilweise - Umlage der Kosten von energetischen Sanierungen auf die Mieter, um für die Eigentümer Anreize zu schaffen, aber in einer deutlich geringeren Höhe!

Aber ... es geht doch:

Eigentlich haben wir die Notwendigkeit der Veränderung unseres Nutzerverhaltens und der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden begriffen... aber, wenn weiterhin in der wie oben gezeigten, unverantwortlichen Art und Weise berichtet wird und Kosten in de facto unbegrenzter Höhe an die Nutzer weiter gereicht werden, vergeht uns die Lust auf die Energiewende.

Dabei können wir es:


Auf dem Bild sehen Sie ein Mehrfamilienwohnhaus, an dem vor 20 Jahren ein WDVS mit einem mineralischen Oberputz angebracht wurde. Nur Teilbereiche wurden zwischenzeitlich gestrichen. Ansonsten freuen sich die Bewohner über geringen Energieverbrauch und einen gestiegenen Komfort, da es keine kalten Außenwände oder -ecken mehr  gibt.

Noch ein Beispiel möchte ich Ihnen zeigen:


Hierbei handelt es sich um einen EFH-Neubau aus dem Jahr 2010, das im KfW70-Standard errichtet wurde. Der Energieverbrauch des Gebäudes beträgt also 70% des nach ENEV zulässigen. Wichtig ist  zu erwähnen, dass es sich um eine Haus "von der Stange" handelt, ein Fertighaus eines bekannten Anbieters; die Eigentümer haben sich lediglich entschieden, zusätzlich zur Dämmung zwischen den Ständern der Außenwände, ein WDVS aufbringen zu lassen.
Für ca. 130 qm Wohnfläche zahlen die Bewohner nur ca. € 600,- Gas pro Jahr; und dies, obwohl die geplante solare Warmwassererwärmung noch nicht einmal realisiert wurde.


Wenn Sie mehr wissen oder Energie einsparen möchten, rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir.

Ich möchte am Ende dieses Posts noch einmal darauf hinweisen, dass ich von keinem Anbieter oder Hersteller in irgend einer Art und Weise abhängig bin. Meine Ausführungen geben meine persönliche Meinung und Überzeugung aus 20-jähriger Tätigkeit in der Branche wieder.

Ihr Götz Autenrieth


www.goetzautenrieth.de



Freitag, 24. Januar 2014

Mängel im Wärmeschutz, Kondensat und Schimmel

Bei den aktuellen Außentemperaturen unter 0°C sind Mängel im Wärmeschutz Ihres Hauses / Ihrer Wohnung durch Messung der Oberflächentemperaturen wieder gut feststellbar.

Durch die Temperaturdifferenz zwischen Raum- und  Außentemperatur sinken die Oberflächentemperaturen der Hüllflächen (Außenwände, Dach, Fenster) ab. In der Folge kann sich Kondensat und Schimmel bilden. Bei einem schlechten energetischen Standard sinken die Oberflächentemperaturen stärker, bei guter Wärmedämmung weniger.

In einem modernen, mängelfreien und nach Enev 2009 gebauten Haus gibt es kaum noch einen messbaren Unterschied zwischen Raum- und Oberflächentemperatur der Hüllflächen.
In einem Altbau dagegen gibt es Differenzen von bis zu 10°C:
Bei einer Raumtemperatur von 20 °C sind Fensterleibungen und Außenecken, die nur 10°C haben, keine Seltenheit. Die Folge sind ein hoher Energieverbrauch, Kondensat und unangenehme Zuglufterscheinungen.




Auf dem Bild sehen Sie die Außenwand mit Fenster eines 60-er Jahre Bestandsgebäudes. Bei der Sanierung wurde der Putz entfernt und festgestellt, dass unter der Fensterbank Kalksandsteine verbaut wurden. Die nur 30 cm starke Wand hat dadurch einen mangelhaften Wärmschutz. Die rechts im Bild sichtbare Außenecke hatte bei -10°C Außentemperatur eine Oberflächentemperatur von nur 9 °C. Da möchte sich niemand aufhalten ...

Aber auch in Neubauten können durch Planungs- und Baufehler Wärmebrücken und in der Folge kalte Oberflächen auftreten.

Überprüfen Sie jetzt, ob Mängel im Wärmeschutz Ihrer Wohnung / Ihres Hauses vorhanden sind. Nach der Feststellung evtl. vorhandener Schwachstellen werden je nach Vor-Ort-Situation die weiteren Schritte eingeleitet:

Denken Sie daran: Durch die Verbesserung des Wärmeschutzes sinken der Energie-verbrauch und der CO2-Ausstoss für die Raumheizung; der Komfort steigt durch das Ausbleiben der kalten "Zugluft" und die Gefahr der Kondensat- und Schimmelbildung wird reduziert.


Donnerstag, 9. Januar 2014

Hohe Strompreise: LED statt Halogen - Teil 2



(Eine Aktualisierung zum Post aus Januar 2013)

Die LED im Aufzug ist seit Mai 2012 im Dauereinsatz, da in Aufzügen 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr Licht brennen muss.
Im Januar 2013 hatte ich ausgeführt, dass durch den Austausch der Halogen- durch die LED-Leuchte monatlich Stromkosten in Höhe von € 3,11 gespart werden.

Nach numehr 20 Monaten hat die LED € 62,20 "verdient"

Durch die lange Haltbarkeit und die mittlerweile gesunkenen Preise für LED kommt sogar noch eine Ersparnis aus dem nicht mehr notwendigen Austausch der Halogenleuchten dazu. So spart man, ohne viel zu tun, ganz leicht ca. € 70,- !

Für die Umwelt wurden 57,6 kWh Strom und entsprechend CO2 eingespart.

Da ich mich immer besonders über Einsparmöglichkeiten freue, die ohne einen Komfortverlust einhergehen (solche mit Komfortverlust, wie z.B. reduzieren der Raumtemperaturen, sind hinlänglich bekannt), gefällt mir diese hier besonders.


Ihr Götz Autenrieth