Montag, 15. April 2013

Schimmel auf Tapeten


Schimmelpilze auf einer Schaumtapete

Auf den gezeigten Bildern sehen Sie Schimmelpilze, die sich hinter einer Verkleidung der Heizungsrohre (auf den Bildern bereits entfernt) befanden. In dem Gebäude gab es seit längerem Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit, die sich hinter der Kunststoffverkleidung staute und so für ideale Wachstumsbedingungen der Pilze sorgte.

Gut erkennbar ist, dass sich der Befall auf den Bereich hinter der Leiste beschränkte. Oberhalb sind zwar leichte Verfärbungen durch die aufsteigende Feuchtigkeit vorhanden, aber - bisher - kein Schimmel.









Aufgefallen war der Befall durch einen "Schimmelfleck" über der Leiste, den Sie auf dem nächsten Bild sehen. Dass sich dahinter Schimmelpilze in einem solchen Ausmass befinden, war vorher nicht zu erkennen.


Die Tapete stellt auf Grund ihres niedrigen ph-Wertes in Verbindung mit der vorhandenen Feuchtigkeit einen idealen Nährboden für das Pilzwachstum dar.

Die Ausbreitung macht in diesem Fall eine umfangreiche Schimmelsanierung nötig: Laut Umweltbundesamt (UBA) sollte bei einem Befall, der größer als 50 cm² ist,die Sanierung durch entsprechende Fachfirmen durchgeführt werden. Außerdem sollten Sofortmaßnahmen ergriffen werden, um die weitere Ausbreitung der Pilze und Sporen zu verhindern.
Von einer weiteren Nutzung derart befallener Räume rät das UBA ab.

Nach der fachgerechten Sanierung sollte - soweit möglich - an gefährdeten Stellen keine Tapete mehr aufgebracht werden. Empfehlenswert ist z.B. ein Anstrich mit einer Silikatfarbe, die einen hohen ph-Wert hat. Diesen "mögen" Schimmelpilze nicht, so dass das Risiko eines erneuten Befalls deutlich verringert wird.

Außerdem ist eine gründliche Reinigung nowendig, um die Sporen der Schimmelpilze zu entfernen. Dazu gehört das absaugen von Stoffen, Teppichen und Sofas mit einem Spezialsauger.

Wenn Sie Probleme mit Schimmmelpilzen in der Wohnung / im Haus haben, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir.

Gehen Sie nicht leichtfertig damit um. Aus einem kleinen Befall kann bei "guten" Wachstums-bedingungen innerhalb einer Woche ein massiver Befall werden.

Ihr Götz Autenrieth

Sachverständiger für Erkennung und Bewertung von Schimmelpilzschäden (TÜV)

www.goetzautenrieth.de    info@goetzautenrieth.de

Montag, 1. April 2013

Mangelhafte Dachdämmung


Gravierende Mängel in einer Dachdämmung verursachen hohe Kosten. 


Auf den Fotos sehen Sie eine Dachdämmung  --  die auf Grund ihres Zustandes eigentlich keine Dämmung mehr war.
Die Folie hat sich großflächig abgelöst, hängt lose herunter. Die Dämmung zwischen den Sparren ist teilweise heraus gefallen.



























In Bestandsgebäuden "verstecken" sich hinter Verkleidungen, in Installationsschächten oder in den Wänden oft gravierende Mängel.

Im hier gezeigten Fall bemängelte der Eigentümer einer Dachgeschosswohnung Zugluft aus Steckdosen und einer Revisionsöffnung im Trempel / Kniestock seiner Wohnung sowie hohe Heizkosten. Im vergangenen Winter war außerdem eine Wasserleitung eingefroren. Das Haus aus den 1950er Jahren war 1999/2000 umfassend saniert worden. Dabei wurde auch die Dacheindeckung erneuert und das Dachgeschoss ausgebaut.
Wir beschlossen die Wand zu öffnen, was bei einer Rigipsverkleidung nicht schwierig ist. Was sich dahinter verbarg, sehen Sie auf den Fotos ...

An einer anderen Stelle sah es so aus:



Am linken Bildrand sehen Sie einen Ständer der Rigipswand. Auch hier hing die Folie, die als Dampfbremse dient, lose herunter. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist sie durch die heraus gefallene Dämmung "mitgerissen" worden, da die Folie nur mit wenigen Klammern getackert und nicht verklebt war.
Auf einer Länge von ca. 10 Metern konnte so ungehindert kalte Außenluft in den Raum hinter der Rigipswand eindringen. Da die Verarbeitung der Folie ohne Verklebung bereits beim Ausbau des Dachgeschosses nicht den gültigen Vorschriften entsprach, gab es hier offensichtlich grobe Fehler bei der Bauüberwachung und -abnahme.

Das nächste Bild zeigt den Spülkasten der Toilette, der an der Trempelwand montiert ist. Die Wasserleitung (oben am Spülkasten) hat keine Ummantelung und kann so jederzeit einfrieren.


Auffallend war die starke Zugluft am Tag der Besichtigung, deren Herkunft es zu ergründen galt. Dazu haben wir in die herunter hängende Dampfbremse ein Loch geschnitten. Was wir dann sahen hat uns die Sprache verschlagen:
Da ein Stück Dämmung komplett fehlte, konnte man unter dem Dachkasten direkt nach draußen schauen.



Zur besseren Sichtbarkeit nachstehend ein Ausschnitt des vorigen Bildes:


Die kalte Außenluft - am Tag der Besichtigung -5°C - gelangte so unter die Dämmung und führte zu den bemängelten Zugerscheinungen. Die Hüllfläche der Wohnung, also die "Außenwand", bestand in dieser Wohnung somit nur aus einer Rigipsplatte.

Hier war kurzfristiges Handeln nötig, um Schäden am Gebäude zu vermeiden und die hohen Heizkosten der Wohnung zu senken. Auf Grund der schlechten Zugänglichkeit und der damit schlechten Arbeitsbedingungen war dies mit erheblichen Kosten verbunden. Die Arbeiter mussten sich in dem engen Bereich bewegen, die lose Dämmung wieder zwischen die Sparren bringen und die Folie (als Dampfbremse und Windschutz) befestigen.

So ärgerlich dieser Fall für den Eigentümer sein mag, ist er ein gutes Beispiel dafür, dass es sich meistens lohnt "hinter die Kulissen" zu schauen.

Ihr Götz Autenrieth

www.goetzautenrieth.de