Freitag, 6. September 2013

Mängel an Dachfenstern - Kondensat und Undichtigkeiten

Häufig werde ich von Wohnungsmietern und -eigentümern bei Mängeln um Rat gefragt. So auch hier: Der Eigentümer bemängelt Feuchteschäden und Undichtigkeiten an den Fenstern.

Die Fenster von Dachgeschosswohnungen - auch Dachflächenfenster genannt - sind auf Grund ihrer Einbaulage viel stärker der Witterung ausgesetzt, als vertikal in Außenwänden eingebaute "normale" Fenster. Durch die schräge Ausrichtung werden sie stärker beregnet, im Winter liegt u. U. längere Zeit Schnee darauf und im Sommer brennt die Sonne auf das Material.

So kommt es, dass Mängel und Undichtigkeiten an Dachfenstern häufig sind und die Haltbarkeit meist deutlich kürzer ist als bei senkrecht in der Fassade eingebauten Fenstern.

Auf dem Bild sehen Sie ein eigentlich sehr schönes Fenster, das aus zwei Flügeln besteht. Die Besonderheit dabei ist, dass sich der untere Teil nach vorne aufstellen lässt und man dadurch so etwas wie einen kleinen "Austritt" hat.





Bei genauerer Betrachtung zeigten sich allerdings gravierende Mängel:


Der obere und der untere Fensterflügel "treffen" nicht bündig aufeinander ...





Auf dem Foto ist gut sichtbar, dass der leicht geöffnete ober Flügel schräg zu dem unteren verläuft.


Dadurch liegen die Dichtungen nicht akkurat an und können keine Luftdichtigkeit herstellen. So dringt im Winter fortwährend kalte Luft ein und lässt einzelne Bereiche auskühlen. In der Folge bildet sich Kondensat.




Auf dem Bild ist erkennbar, dass die dadurch vorhandene dauerhafte Feuchtebelastung bereits zu deutlichen Schäden an den Rahmen geführt hat.

Zuerst wurde vermutet, dass die Fenster derart undicht seien, dass es herein regnet, aber das war nicht der Fall. Die äußeren Blechabdeckungen gewährleisteten die Regendichtigkeit.
Wie oben ausgeführt, kommt es durch eindringende kalte Außenluft zur Bildung von Kondensat.
Folglich ist die Luftdichtigkeit der Fenster (wieder) herzustellen, damit keine kalte Außenluft eindringen kann, die neben den gezeigten Schäden auch für Wärmeverluste und hohe Heizkosten sorgt.

Wie man an diesem Beispiel sieht, ist die einwandreie Funktion der Dichtungen von entscheidender Bedeutung für eine dauerhafte Mängelfreiheit. Sie sollten daher regelmäßig überprüft werden, um Schäden mit hohen Reparaturkosten zu vermeiden. Hier spielt wieder die Einbaulage eine Rolle: Reparaturen und auch der Austausch von vertikal eingebauten Fenstern sind relativ problemlos von innen durchzuführen. Bei Dachfenstern dagegen, muss evtl. der Dachdecker einen Teil der Ziegel aufnehmen, was häufig die Stellung eines Gerüstes erfordert.

Neben den Wartungs-Angeboten der Hersteller kann man Dichtungen auch leicht selbst prüfen:
Halten Sie bei starkem Wind ein Feuerzeug an den Randbereich des Fensters. Bewegt sich die Flamme, ist Zugluft vorhanden.

Trotzdem empfiehlt es sich regelmäßig eine professionelle Wartung durchführen zu lassen, bei der z.B. die Scharniere geschmiert werden, Laub aus schwer zugänglichen Ritzen entfernt und die Glasabdichtung geprüft wird.

An meinem Beispiel auf den Bildern ist die Überarbeitung derzeit in Vorbereitung (wie beschrieben ist ein Dachdecker nötig und evtl. ein Gerüst) ... demnächst mehr hier in meinem Blog.

www. goetzautenrieth.de

Montag, 15. April 2013

Schimmel auf Tapeten


Schimmelpilze auf einer Schaumtapete

Auf den gezeigten Bildern sehen Sie Schimmelpilze, die sich hinter einer Verkleidung der Heizungsrohre (auf den Bildern bereits entfernt) befanden. In dem Gebäude gab es seit längerem Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit, die sich hinter der Kunststoffverkleidung staute und so für ideale Wachstumsbedingungen der Pilze sorgte.

Gut erkennbar ist, dass sich der Befall auf den Bereich hinter der Leiste beschränkte. Oberhalb sind zwar leichte Verfärbungen durch die aufsteigende Feuchtigkeit vorhanden, aber - bisher - kein Schimmel.









Aufgefallen war der Befall durch einen "Schimmelfleck" über der Leiste, den Sie auf dem nächsten Bild sehen. Dass sich dahinter Schimmelpilze in einem solchen Ausmass befinden, war vorher nicht zu erkennen.


Die Tapete stellt auf Grund ihres niedrigen ph-Wertes in Verbindung mit der vorhandenen Feuchtigkeit einen idealen Nährboden für das Pilzwachstum dar.

Die Ausbreitung macht in diesem Fall eine umfangreiche Schimmelsanierung nötig: Laut Umweltbundesamt (UBA) sollte bei einem Befall, der größer als 50 cm² ist,die Sanierung durch entsprechende Fachfirmen durchgeführt werden. Außerdem sollten Sofortmaßnahmen ergriffen werden, um die weitere Ausbreitung der Pilze und Sporen zu verhindern.
Von einer weiteren Nutzung derart befallener Räume rät das UBA ab.

Nach der fachgerechten Sanierung sollte - soweit möglich - an gefährdeten Stellen keine Tapete mehr aufgebracht werden. Empfehlenswert ist z.B. ein Anstrich mit einer Silikatfarbe, die einen hohen ph-Wert hat. Diesen "mögen" Schimmelpilze nicht, so dass das Risiko eines erneuten Befalls deutlich verringert wird.

Außerdem ist eine gründliche Reinigung nowendig, um die Sporen der Schimmelpilze zu entfernen. Dazu gehört das absaugen von Stoffen, Teppichen und Sofas mit einem Spezialsauger.

Wenn Sie Probleme mit Schimmmelpilzen in der Wohnung / im Haus haben, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir.

Gehen Sie nicht leichtfertig damit um. Aus einem kleinen Befall kann bei "guten" Wachstums-bedingungen innerhalb einer Woche ein massiver Befall werden.

Ihr Götz Autenrieth

Sachverständiger für Erkennung und Bewertung von Schimmelpilzschäden (TÜV)

www.goetzautenrieth.de    info@goetzautenrieth.de

Montag, 1. April 2013

Mangelhafte Dachdämmung


Gravierende Mängel in einer Dachdämmung verursachen hohe Kosten. 


Auf den Fotos sehen Sie eine Dachdämmung  --  die auf Grund ihres Zustandes eigentlich keine Dämmung mehr war.
Die Folie hat sich großflächig abgelöst, hängt lose herunter. Die Dämmung zwischen den Sparren ist teilweise heraus gefallen.



























In Bestandsgebäuden "verstecken" sich hinter Verkleidungen, in Installationsschächten oder in den Wänden oft gravierende Mängel.

Im hier gezeigten Fall bemängelte der Eigentümer einer Dachgeschosswohnung Zugluft aus Steckdosen und einer Revisionsöffnung im Trempel / Kniestock seiner Wohnung sowie hohe Heizkosten. Im vergangenen Winter war außerdem eine Wasserleitung eingefroren. Das Haus aus den 1950er Jahren war 1999/2000 umfassend saniert worden. Dabei wurde auch die Dacheindeckung erneuert und das Dachgeschoss ausgebaut.
Wir beschlossen die Wand zu öffnen, was bei einer Rigipsverkleidung nicht schwierig ist. Was sich dahinter verbarg, sehen Sie auf den Fotos ...

An einer anderen Stelle sah es so aus:



Am linken Bildrand sehen Sie einen Ständer der Rigipswand. Auch hier hing die Folie, die als Dampfbremse dient, lose herunter. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist sie durch die heraus gefallene Dämmung "mitgerissen" worden, da die Folie nur mit wenigen Klammern getackert und nicht verklebt war.
Auf einer Länge von ca. 10 Metern konnte so ungehindert kalte Außenluft in den Raum hinter der Rigipswand eindringen. Da die Verarbeitung der Folie ohne Verklebung bereits beim Ausbau des Dachgeschosses nicht den gültigen Vorschriften entsprach, gab es hier offensichtlich grobe Fehler bei der Bauüberwachung und -abnahme.

Das nächste Bild zeigt den Spülkasten der Toilette, der an der Trempelwand montiert ist. Die Wasserleitung (oben am Spülkasten) hat keine Ummantelung und kann so jederzeit einfrieren.


Auffallend war die starke Zugluft am Tag der Besichtigung, deren Herkunft es zu ergründen galt. Dazu haben wir in die herunter hängende Dampfbremse ein Loch geschnitten. Was wir dann sahen hat uns die Sprache verschlagen:
Da ein Stück Dämmung komplett fehlte, konnte man unter dem Dachkasten direkt nach draußen schauen.



Zur besseren Sichtbarkeit nachstehend ein Ausschnitt des vorigen Bildes:


Die kalte Außenluft - am Tag der Besichtigung -5°C - gelangte so unter die Dämmung und führte zu den bemängelten Zugerscheinungen. Die Hüllfläche der Wohnung, also die "Außenwand", bestand in dieser Wohnung somit nur aus einer Rigipsplatte.

Hier war kurzfristiges Handeln nötig, um Schäden am Gebäude zu vermeiden und die hohen Heizkosten der Wohnung zu senken. Auf Grund der schlechten Zugänglichkeit und der damit schlechten Arbeitsbedingungen war dies mit erheblichen Kosten verbunden. Die Arbeiter mussten sich in dem engen Bereich bewegen, die lose Dämmung wieder zwischen die Sparren bringen und die Folie (als Dampfbremse und Windschutz) befestigen.

So ärgerlich dieser Fall für den Eigentümer sein mag, ist er ein gutes Beispiel dafür, dass es sich meistens lohnt "hinter die Kulissen" zu schauen.

Ihr Götz Autenrieth

www.goetzautenrieth.de

Montag, 7. Januar 2013

Strompreise steigen - LED statt Halogen


Drastische Strompreiserhöhungen ab Februar 2013 angekündigt

Vielen Kunden wurde von ihrem Versorger für Februar 2013 eine drastische Erhöhung der Strompreise angekündigt. Auch in den Medien wurde ausführlich darüber berichtet. Für eine kWh sind bis zu 26 cent zu zahlen.
Die Erhöhungen liegen teilweise über 10% und können so abhängig vom Verbrauch schnell bis zu € 100 pro Jahr ausmachen.

Aber was tun?

Neue Haushaltsgeräte sind bereits deutlich sparsamer als alte und außerdem kann es sich kaum jemand leisten, den Kühlschrank, die Waschmaschine und den Geschirrspüler gegen einen neuen einzutauschen.

Wie kann man den Stromverbrauch senken?

Die LED

Die Preise für LEDs sind im letzten Jahr deutlich gesunken, sie werden mittlerweile für fast alle Arten von Fassungen und in vielen Lichtfarben angeboten. Auch werden die Formen angenehmer und die Gehäuse kleiner.So gewinnt diese noch recht neue Lichttechnik immer mehr an Attraktivität.

Ein Beispiel:

Das Bild zeigt einen Aufzug in dem 4 Halogen-Leuchten eingebaut sind (die beiden rechten sind nicht im Bild). Diese brennen 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr.

Als erstes war mir aufgefallen, dass häufig eine der Halogenlampen defekt ist. Wie schnell das geht, lässt sich leicht ausrechnen:

Auf dem Bild sehen Sie eine Halogen- und eine LED-Leuchte. Können Sie erkennen, welche die LED ist? Richtig, es ist kaum zu sehen ... die hintere ist die LED.




Da LED deutlich länger halten als normale Glüh- oder Halogenlampen rechnen sie sich trotz des höheren Preises.

Die Halogenbirnen haben eine Lebensdauer von ca. 1.000 Stunden; geteilt durch 24 Stunden ergibt, dass bereits nach 41 Tagen das Ende erreicht ist.
Die LED wird mit einer Brenndauer von 16.000 Stunden angegeben. auch wenn man von nur 10.000 Stunden ausgeht, da noch nicht viele Berichte und Langzeittests über die Lebensdauer veröffentlicht wurden, ist das immerhin das 10-fache.
10.000 Stunden entsprechen 410 Tagen, umgerechnet etwa 13,5 Monaten.

Aber nun zum eigentlichen Punkt: Dem Stromverbrauch. Die Halogenlampe verbraucht 20 Watt pro Stunde, die LED nur 4 Watt und ist sogar heller.
Pro Tag verbraucht die Halogen also 480 Watt, im Monat (30 Tage) 14.400 Watt, also 14,4 kWh. Bei einem Preis von ca. 27 cent je kWh entstehen Kosten von € 3,89 pro Monat.
Bei der LED dagegen nur € 0,78, eine Differenz von € 3,11 pro Monat.

Lohnt sich der Einsatz von LED-Leuchten? 

Bei einer Ersparnis von € 3,11 pro Monat und einer Haltbarkeit von 13,5 Monaten errechnet sich eine Strom-Kostenersparnis von € 41,98 je LED.

Eine Halogenleuchte kostet je nach eingekaufter Menge oder Bezugsquelle ca. € 1-2, die LED derzeit etwa € 10,-. Da man wegen der geringeren Lebensdauer der Halogenlampen mindestens 10 Stück für die Lebensdauer 1 LED benötigt, sind die Aufwendungen für beide Arten der Leuchten gleich (oder für die LED sogar geringer, je nach Bezugspreis).

Die Ersparnis beträgt also über € 40,- je LED!

Dazu kommt, dass durch den nicht verbrauchten Strom auch CO2 eingespart wird.

Wo ist der Haken?

Ein paar Punkte sollte man beachten, damit man sich hinterher nicht ärgert:

- die Qualitätsunterschiede scheinen sehr groß zu sein. Einige LEDs erreichen in Tests die angegebene Haltbarkeit nicht usw.
Aus Sicht des Autors ist es daher sinnvoll Markenware zu kaufen, die zwar teurer ist als vermeintliche "Schnäppchen", die häufig im Internet angeboten werden, dafür halten sie länger.

- LED werden in vielen Lichtfarben angeboten. Die Angaben auf der Verpackung helfen meist nur eingeschränkt weiter. Man sollte sich das Licht vorführen lassen, um entscheiden zu können, ob man es angenehm findet.

Übrigens: Die LED im Aufzug ist seit Mai 2012 im Aufzug im Einsatz, und leuchtet. Die 3 Halogenlampen waren bereits mehrfach defekt. Theoretisch müsste die LED mindestens bis Juli oder Augsut 2013 funktionieren ...




Nachtrag 28.12.2014: Mittlerweile ist die LED 2,5 Jahre im Dienst, leuchtet immer noch heller als die Halogenleuchten und hat ca. € 90,- an Stromkosten gespart. Dazu kommt, dass die Preise für LED mittlerweile deutlich gesunken sind und sich durch die lange Haltbarkeit noch eine Einsparung beim Leuchtenkauf addiert.
So spart eine einzige LED während ihrer Lebensdauer über € 100,- ein!