Dienstag, 16. Oktober 2012

Feuchtigkeitsschäden in Wohnungen

Eine neue Studie

Wieder mal gibt es eine neue Studie über Feuchtigkeit in Wohnungen. Das statistische Bundesamt hat festgestellt, dass 13,4 % der Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2010 Feuchtigkeit in der Wohnung hatten, z.B. durch einen Wasserschaden.

Auch in meiner Arbeit nimmt die Zahl der Kunden mit Feuchteproblemen deutlich zu. In 2012 gab es nasse Wände in ausgebauten Souterrain-Wohnungen, Wasserschäden durch undichte Dächer oder Baumassnahmen und sehr oft Feuchte und Schimmel durch Kondensat - also Niederschlagsfeuchtigkeit aus der Raumluft.

Immer häufiger werden z.B. in Altbauten bei Sanierungen nur die Fenster ausgetauscht und ein bißchen gestrichen ohne aber das Gebäude im Ganzen energetisch zu betrachten.
Oft ist dann nicht mehr das Fenster der kälteste Punkt an der Außenhülle, sondern z.B. eine Außenecke. Steigt nun die Luftfeuchtigkeit im Raum an, fällt Kondensat nicht mehr wie früher an der Fensterscheibe aus - Wasser läuft am Fenster herunter oder es bilden sich Eisblumen im Winter - sondern im Wandbereich.


Feuchtigkeit oft "unsichtbar"

Das Verheerende daran ist, dass man dort die Feuchtigkeit erst mal nicht sieht. Auf Glas sieht man sie gleich; Glas beschlägt, wie eine Brille, wenn man von draußen herein kommt.
Auf Tapete oder Putz sieht man sie aber erst, wenn es zu spät ist: Wenn es schimmelt oder der Putz durchnässt ist. Und hat man den Schimmel erst mal im Haus oder in der Wohnung verteilen sich die Sporen sehr schnell und auch Materialien, die sonst nicht von Schimmel befallen werden, zeigen das typische Bild.



Hierbei handelt es sich um einen Teppichboden in einem nur selten genutzten und meist ungeheizten Raum. In der Ecke stand ein Bett, so dass kaum Luftbewegung an dieser Stelle möglich war und der Schimmel über lange Zeit ungestört wachsen konnte.

Auch das Bett selbst war von Schimmelpilzen überzogen:





So möchte man nicht schlafen. . .

Der gezeigte Befall  zieht umfangreiche Massnahmen zum Abtöten der Pilze und der anschließenden Dekontamination - das heißt entfernen der abgetöteten Pilzbestandteile und der Sporen - nach sich.

Nicht zu reinigende Gegenstände, wie z.B. Jalousien, die Matratze und andere Polster, müssen entsorgt werden.
Befallene Bereiche sind mit hochrozentigem Alkohol oder einem geeigneten Schimmelmittel behandelt werden. Wichtig ist: Wegen der Gesundheitsschädlichkeit kein Mittel mit Chlorbestandteilen verwenden.

Der Teppichboden muss mit einem Spezialstaubsauger abgesaugt werden. Auf keinen Fall darf ein Haushaltsstaubsauger verwendet werden. Dieser hält die Sporen nicht zurück und verteilt sie "schwungvoll" im ganzen Raum.
Geeignet ist ein Gefahrstoffsauger der Klasse H, der die mirkoskopisch kleinen Sporen zurückhält.
Auf Grund der Vielzahl der Schäden habe ich mich entschieden einen solchen Sauger zu kaufen. Der Vorteil ist, dass er auch als Luftwäscher verwendet werden kann und die Sporen aus der Raumluft filtert.

Sprechen Sie mich gerne auf die Vermietung des Gefahrstoffsaugers Niflisk Alto an.

Anschließend müssen alle Flächen nass abgewischt werden, auch Wände, Lampen, auf Türrahmen usw.



Ursachen für Schimmelpilzbefall

Nach dem oben genannten Austausch der Fenster nimmt die Konvektion (der Luftaustausch z.B.durch undichte Fenster oder Türen)  ab. Eigentlich müsste dann mehr gelüftet werden, um die in der Raumluft vorhandene Feuchtigkeit abzuführen.
Leider gibt es dazu meistens keine Hinweise der Fensterbauer oder der Planer an die Bewohner, so dass bei unverändertem Lüftungsverhalten die Raumluftfeuchtigkeit ansteigt; und damit das Risiko des Entstehens von Kondensat.

Ein weiterer Punkt ist erleichtert Schimmelpilzen das Wachstum:
Man weiß heute, dass sie nicht unbedingt freies Wasser (Kondensat) benötigen, sondern es reicht, wenn an mindestens 5 Tagen an der betroffenen Stelle eine relative Luftfeuchtigkeit von über 80 % herrscht. Dies ist im wandnahen Bereich in Altbauten ohne Außen- oder Innendämmung im Winter fast immer der Fall.

Schimmel und Sauberkeit

Durch den eigentlich immer vorhandenen Hausstaub - der durch die organischen Inhaltsstoffe gute Nahrung für Schimmel ist - kann er fast überall wachsen; sogar auf Steckdosen und Lichtschaltern.

Ein wichtiger Punkt zur Vermeidung von Schimmelpilzen ist daher Sauberkeit. Je sauberer es ist, desto nährstoffärmer sind viele Materialien für die Sporen. Und ... wenn sie einmal richtig sauber gemacht haben, wie z.B. beim "Frühjahrsputz" haben Sie evtl. vorhandene Schimmelpilzsporen zum großen Teil gleich mit entfernt.

www.goetzautenrieth.de