Dienstag, 16. Oktober 2012

Feuchtigkeitsschäden in Wohnungen

Eine neue Studie

Wieder mal gibt es eine neue Studie über Feuchtigkeit in Wohnungen. Das statistische Bundesamt hat festgestellt, dass 13,4 % der Bevölkerung Deutschlands im Jahr 2010 Feuchtigkeit in der Wohnung hatten, z.B. durch einen Wasserschaden.

Auch in meiner Arbeit nimmt die Zahl der Kunden mit Feuchteproblemen deutlich zu. In 2012 gab es nasse Wände in ausgebauten Souterrain-Wohnungen, Wasserschäden durch undichte Dächer oder Baumassnahmen und sehr oft Feuchte und Schimmel durch Kondensat - also Niederschlagsfeuchtigkeit aus der Raumluft.

Immer häufiger werden z.B. in Altbauten bei Sanierungen nur die Fenster ausgetauscht und ein bißchen gestrichen ohne aber das Gebäude im Ganzen energetisch zu betrachten.
Oft ist dann nicht mehr das Fenster der kälteste Punkt an der Außenhülle, sondern z.B. eine Außenecke. Steigt nun die Luftfeuchtigkeit im Raum an, fällt Kondensat nicht mehr wie früher an der Fensterscheibe aus - Wasser läuft am Fenster herunter oder es bilden sich Eisblumen im Winter - sondern im Wandbereich.


Feuchtigkeit oft "unsichtbar"

Das Verheerende daran ist, dass man dort die Feuchtigkeit erst mal nicht sieht. Auf Glas sieht man sie gleich; Glas beschlägt, wie eine Brille, wenn man von draußen herein kommt.
Auf Tapete oder Putz sieht man sie aber erst, wenn es zu spät ist: Wenn es schimmelt oder der Putz durchnässt ist. Und hat man den Schimmel erst mal im Haus oder in der Wohnung verteilen sich die Sporen sehr schnell und auch Materialien, die sonst nicht von Schimmel befallen werden, zeigen das typische Bild.



Hierbei handelt es sich um einen Teppichboden in einem nur selten genutzten und meist ungeheizten Raum. In der Ecke stand ein Bett, so dass kaum Luftbewegung an dieser Stelle möglich war und der Schimmel über lange Zeit ungestört wachsen konnte.

Auch das Bett selbst war von Schimmelpilzen überzogen:





So möchte man nicht schlafen. . .

Der gezeigte Befall  zieht umfangreiche Massnahmen zum Abtöten der Pilze und der anschließenden Dekontamination - das heißt entfernen der abgetöteten Pilzbestandteile und der Sporen - nach sich.

Nicht zu reinigende Gegenstände, wie z.B. Jalousien, die Matratze und andere Polster, müssen entsorgt werden.
Befallene Bereiche sind mit hochrozentigem Alkohol oder einem geeigneten Schimmelmittel behandelt werden. Wichtig ist: Wegen der Gesundheitsschädlichkeit kein Mittel mit Chlorbestandteilen verwenden.

Der Teppichboden muss mit einem Spezialstaubsauger abgesaugt werden. Auf keinen Fall darf ein Haushaltsstaubsauger verwendet werden. Dieser hält die Sporen nicht zurück und verteilt sie "schwungvoll" im ganzen Raum.
Geeignet ist ein Gefahrstoffsauger der Klasse H, der die mirkoskopisch kleinen Sporen zurückhält.
Auf Grund der Vielzahl der Schäden habe ich mich entschieden einen solchen Sauger zu kaufen. Der Vorteil ist, dass er auch als Luftwäscher verwendet werden kann und die Sporen aus der Raumluft filtert.

Sprechen Sie mich gerne auf die Vermietung des Gefahrstoffsaugers Niflisk Alto an.

Anschließend müssen alle Flächen nass abgewischt werden, auch Wände, Lampen, auf Türrahmen usw.



Ursachen für Schimmelpilzbefall

Nach dem oben genannten Austausch der Fenster nimmt die Konvektion (der Luftaustausch z.B.durch undichte Fenster oder Türen)  ab. Eigentlich müsste dann mehr gelüftet werden, um die in der Raumluft vorhandene Feuchtigkeit abzuführen.
Leider gibt es dazu meistens keine Hinweise der Fensterbauer oder der Planer an die Bewohner, so dass bei unverändertem Lüftungsverhalten die Raumluftfeuchtigkeit ansteigt; und damit das Risiko des Entstehens von Kondensat.

Ein weiterer Punkt ist erleichtert Schimmelpilzen das Wachstum:
Man weiß heute, dass sie nicht unbedingt freies Wasser (Kondensat) benötigen, sondern es reicht, wenn an mindestens 5 Tagen an der betroffenen Stelle eine relative Luftfeuchtigkeit von über 80 % herrscht. Dies ist im wandnahen Bereich in Altbauten ohne Außen- oder Innendämmung im Winter fast immer der Fall.

Schimmel und Sauberkeit

Durch den eigentlich immer vorhandenen Hausstaub - der durch die organischen Inhaltsstoffe gute Nahrung für Schimmel ist - kann er fast überall wachsen; sogar auf Steckdosen und Lichtschaltern.

Ein wichtiger Punkt zur Vermeidung von Schimmelpilzen ist daher Sauberkeit. Je sauberer es ist, desto nährstoffärmer sind viele Materialien für die Sporen. Und ... wenn sie einmal richtig sauber gemacht haben, wie z.B. beim "Frühjahrsputz" haben Sie evtl. vorhandene Schimmelpilzsporen zum großen Teil gleich mit entfernt.

www.goetzautenrieth.de

Mittwoch, 19. September 2012

Betriebskostenabrechnungen 2011


Prüfung einer Abrechnung aus 2011

Von einer Kundin bekam ich die Betriebskostenabrechnung 2011 zur Prüfung. Sie hatte kein konkretes Anliegen, sagte mir aber, dass sie sich nicht gut auskenne und um einen Check bittet.

Da die Wohnung eine Größe von € 87 qm hat, kamen immerhin € 1.104,07 als "kalte" Kosten zusammen.
Dazu kommen die Ausgaben für Wasser und Heizung.
Überlegen Sie mal:
Wie viele Ausgaben im Jahr haben Sie in dieser Größenordnung? Sicher nicht viele ... und wenn prüfen Sie doch das jeweilige Angebot oder die Rechnung sehr genau.
Da die Betriebskostenabrechnung - wie der Name schon sagt - eine Rechnung ist, sollte auch diese immer auf ihre Plausibilität und ihre Höhe geprüft werden.

Dabei ist ein systematisches Vorgehen sinnvoll.
Zuerst teile ich dabei die Gesamtsumme der Kosten durch die Fläche der Wohnung und durch den Nutzungszeitraum (meistens 12 Monate).
Und da ergab sich im beschriebenen Fall die erste Überraschung:
Die geforderte Summe von € 1.104,07 geteilt durch 87 qm und 12 Monate ergibt einen sehr günstigen Wert von € 1,06 pro qm und Monat.
Zur Einordnung dieses Wertes bedarf es der Betrachtung der umgelegten Kosten: Welche und wie viele Positionen werden berechnet (Hausreinigung, Gartenpflege usw.), gibt es einen Aufzug im Haus? Gibt es einen Hauswart? und einiges mehr.
Bitte beachten Sie, dass diese Berechnung nur eine erste Einschätzung erlaubt.

Im Fall meiner Kundin, die in einer sogenannten Großwohnanlage (Gesamtwohnfläche über 34.000 qm) bei der WBF (Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain mbH) wohnt, fallen recht viele Positionen an. Die Anlage verfügt über einen Aufzug, es werden Hausreinigung, Gartenpflege und ein Hauswart abgerechnet.
Das ist nichts ungewöhnliches in einer solchen Anlage, denn während in kleineren Häusern häufig die Mieter oder Eigentümer vieles selbst erledigen, ist das bei großen Gebäuden kaum zu machen.
Dies führt natürlich zu höheren Kosten und häufig zu Streit.

Es gibt sie noch ... die guten Abrechnungen.

Dazu gibt es in der Abrechnung meiner Kundin keinen Grund. Trotz der Umlage vieler Postionen - inkl. Wartung Brandschutztüren, Rauchazug usw -  betragen die Kosten wie oben angeführt, nur € 1,06 pro qm und Monat. In vielen anderen mir vorliegenden Abrechnungen werden bis zu € 2,- berechnet.

Natürlich ist Abrechnung einer so großen Anlage nicht einfach, aber die WBF hat das in ihrer Abrechnung gut gelöst. Die Abrechnung ist verständlich, da nicht mehrere verschiedene Flächen verwendet werden (mit der üblichen Bemerkung: "Pos. xx bezieht sich auf die Hausnummer xx"). Es gibt nur die Gesamtwohnfläche für die kalten Betriebskosten und die Heizfläche für die Heizung.

Die Abrechnung wird ergänzt durch Erläuterungen, in denen z.B. bei den Aufzugskosten der Gesamtbetrag angegeben ist und der sogenannte Vorwegabzug für nicht umlagefähige Kosten.
So soll es sein!

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es.

Beim Vergleich der Abrechnung 2011 mit der für 2010 fiel mir auf, dass die Kosten für die Versicherung von € 100,47 auf € 143,74 - für die Wohnung meiner Kundin - gestiegen sind. Hier werden wir bei der WBF nachfragen, wie dieser Anstieg begründet wird.
Da andere Kosten sogar gesunken sind, wirkt sich diese Steigerung nicht dramatisch aus, aber geklärt werden muss dieser Punkt.

Es geht also doch.

Dieses Beispiel freute nicht nur die Kundin, sondern auch mich sehr, bei den vielen katastrophalen Abrechnungen, die ich täglich zu sehen bekomme.
Entgegen der Aussagen vieler Hausverwaltungen "die Kosten seien halt so hoch", "die Mieter machen so viel Dreck" oder ähnlich netten Formulierungen, zeigt sich an diesem Beispiel, das bei guter Beweirtschaftung die Kosten im Rahmen bleiben können.

Nur am Rande sei erwähnt, dass auch die Heizkosten nicht zu hoch sind. Die Fernwärme wurde zum in Berlin üblichen Preis von ca. € 70,- / MWh eingekauft und nicht über irgend einen "Dienstleister" der die Kosten auf € 100,- oder mehr steigen lässt.

Und auch techem, die in vielen von mir geprüften Abrechnungen deftige Preise verlangen, liegen hier mit € 0,81 pro qm und Jahr im Rahmen.

Wenn Ihr Vermieter Ihnen wieder mal eine Abrechnung mit hohen Kosten hinlegt und sagt, das wäre heute so, können Sie antworten: Ich kenne da aber deutlich günstigere Häuser.
So werde ich es auch machen.

Ihr Götz Autenrieth

Mittwoch, 25. Juli 2012

Hohe Heizkosten bei Fernwärme - ein Beispiel




Extrem hohe Heizkosten bei der Prelios. 

Mieter in der Glienicker Str. 49 in Berlin zahlen bis zu € 2,48 pro m² und Monat – fast doppelt so viel wie der Durchschnitt. 

Immer wieder stößt man  in Betriebskosten-Abrechnungen auf Positionen, die einem die Sprache verschlagen: Mal kostet die Hausreinigung plötzlich das doppelte wie im Vorjahr und mal sind die Heizkosten unerklärlich hoch.

Um so einen Fall geht es hier: Ich hatte den Auftrag, die Abrechnung 2010 einer Mieterin bei der Prelios (früher Pirelli RE) zu prüfen, da sie eine sehr hohe Nachzahlung leisten sollte.
Dabei stellte ich als Hauptgrund die Heiz- und Warmwasserkosten fest. Die Ausgaben für die Fernwärme lagen um fast das Doppelte über dem Durchschnitt für Berlin. 
Dazu addierten sich hohe Gebühren für den Ablesedienst ares e-count.

Bei einigen Ausgabenpositionen in Betriebskosten-Abrechnungen sind je nach Gebäudeart und –größe Preisunterschiede in den einzelnen Positionen möglich. So ist z.B. der Allgemeinstrom in großen Wohnanlagen wegen der langen Gänge und der Wege zu den Aufzügen häufig teurer als in einem normalen Altbau mit 3 Wohnungen pro Etage. Auch die Pflege des Gartens/der Außenanlage ist aufwändiger, wenn ein großes Grundstück vorhanden ist.

Bei Fernwärme ist es dagegen so, dass in den meisten Abrechnungen die Kosten etwa gleich sind. In Berlin haben wir das Glück, dass die Fernwärme mit ca. € 70,- pro MWh deutlich günstiger ist als in anderen deutschen Städten.

Fernwärme ungewöhnlich teuer

Die Mieter der Glienicker Straße  müssen aber 129,- pro MWh dafür bezahlen, mit der Folge, dass sich die Ausgaben meiner Kundin für Heizung und Warmwasser auf € 2,48 pro m² und Monat summierten – der Durchschnitt liegt laut Berliner Heizkostenspiegel etwa bei der Hälfte.

Das macht bei einer 60 qm-Wohnung ca. € 150 pro Monat und € 1.785 pro Jahr nur für Heizung und Warmwasser; und damit ca. € 900,- mehr als der Durchschnitt bezahlt.
Die Kosten für Ablesen und Abrechnung durch den Messdienst ares belaufen sich auf € 1,20 pro qm und Jahr; im genannten Beispiel also ca. € 72,- pro Jahr.

Eine weitere Folge des sehr teuren Energiebezugs ist ein immenser Preis für Warmwasser. Hier wer­den meiner Kundin inkl. Kaltwasseranteil € 17,47 pro m³ berechnet. In den meisten mir vorliegenden Abrechnungen werden dagegen nur ca. € 10,- berechnet.
Warum Prelios die Fernwärme derart teuer einkauft, ließ sich bis jetzt nicht abschließend ermitteln. Trotz Vollmacht der Mieterin zur Belegeinsicht und trotz mehrmaliger Aufforderung an Prelios wurde dem Autor der Vertrag  zur Energielieferung nicht zugesandt.
Der Mieterin wurde lediglich eine Rechnung für den Bezug der Fernwärme – interessanterweise von ares Energiekonzept GmbH – übersandt, aus der die Kosten hervorgehen. Die Wärme wird also nicht direkt von z.B. Vattenfall bezogen, sondern von einem – wie ares selbst auf seiner Homepage schreibt – Energiedienstleistungsunternehmen.
Meine Erfahrung nach 20-jähriger Erfahrung in der Branche ist, dass solche Dienstleister die Kosten für die Mieter deutlich ansteigen lassen können.

Warum Contracting?

Der Grund für die Beauftragung eines Energiedienstleisters ist meist, dass der Eigentümer der Immobilie die Heizanlage -  je nach Art der Beheizung entweder den Heizkessel oder die Fernwärme-Übergabestation - nicht selbst erwirbt, sondern Wärme einkauft. Dazu stellt der Energiedienstleister, auch Contractor genannt, eine Anlage zur Verfügung und betreibt diese.
Für den Eigentümer ist dieses Modell verlockend und vorteilhaft, da er die Ausgaben für die An­schaffung der Heizung spart. Da der Contractor auch den Betrieb der Heizung übernimmt, muss sich der Eigentümer darum nicht mehr kümmern – z.B. um einen Heizungsausfall am 24. Dezember – und hat keine weiteren Kosten; denn die Instandhaltung wird meist auch mit übernommen.

Geworben wird damit, dass der Dienstleister immer die neueste Technik zur Verfügung stellt und daher der Verbrauch an Gas oder Fernwärme und damit die Kosten für die Bewohner sinken würden. Die Idee des Contractings ist grundsätzlich gut: So können alte Heizungsanlagen gegen neue oder z.B. ein Blockheizkraftwerk ausgetauscht werden. Die Eigentümer, die sonst durch das sogenannte "Eigentümer-Nutzer-Dilemma" (der Eigentümer investiert in eine sparsame Heizung und der Mieter profitiert vom gesunkenen Verbrauch) wenig von der Erneuerung der Technik haben, werden so eher bewegt, umwelt- und ressourcenschonende Technik einzusetzen.
Allerdings handelt es sich bei einer Fernwärmeübergabestation – wie im Haus Glienicker Str. 49 –   nur um ein Gerät zur Verteilung, nicht zur Produktion der Wärme. Somit sind Einsparungen nur in sehr geringen Größenordnungen möglich.

Dies ist in der Heizkostenabrechnung des Hauses Glienicker Str. 49 am Fernwärmeverbrauch zu erkennen: Pro qm Heizfläche werden ca. 150 kWh pro Jahr für Heizung und Warmwasser verbraucht. Dieser Wert entspricht in etwa dem Verbrauch eines ungedämmten Altbaus. 
Zum Ver­gleich: Die meisten neu gebauten oder energetisch sanierten Häuser haben einen Verbrauch von ca. 50 kWh pro qm und Jahr; also ungefähr ein Drittel des Verbrauchs des Hauses Glienicker Str. 49.

Was tun?

Wie Sie am geschilderten Fall und den vielen Zahlen sehen, können in Abrechnungen eine Menge Fehler stecken – auch solche, die man nicht auf den ersten Blick sieht.
Um solchen "Überraschungen" aus dem Weg zu gehen ist es sinnvoll, sich bereits bei Anmietung einer Wohnung vom Vormieter die letzte Abrechnung zeigen zu lassen. Dann wissen Sie, mit welchen Kosten Sie zukünftig zu rechnen haben. 
Und: Wenn Sie unsicher sind, ob in Ihrer Abrechnung alles korrekt ist, lassen Sie sich beraten. Prüfen sie alle Positionen und nehmen Sie Einsicht in die Belege.

Götz Autenrieth – Fachmann für Energie, Mängel und Betriebskosten in Gebäuden

Sonntag, 6. Mai 2012

Die Mär vom Dämmwahn

Die vor einigen Monaten angestoßene Debatte über WDVS ist ein großer Rückschlag im Bemühen um CO2 Einsparung.
Weil man sich aber gerne auf ein Thema "stürzt", das gerade durch die Presse geistert, ist es in aller Munde. Ich werde beruflich und privat von vielen Seiten auf die Berichterstattung angesprochen.

Da ich 3 Jahre lang im Außendienst als selbständiger Handelsvertreter WDVS verkauft habe und dabei viel mit Architekten, Eigentümern und verarbeitenden Betrieben zu tun hatte, ist es mir ein persönliches Anliegen in Gesprächen die "Argumente" zu entkräften.






Wir wohnen seit über 30 Jahren in einem Haus, das mit 10cm Polystyrol gedämmt und mit einem Kalk-Zement-Putz von ca. 10mm Stärke als sogenanntes "Dickschichtsystem" armiert und verputzt ist. Die Fassade wurde in der ganzen Zeit nur 1 mal gestrichen. Wie man auf dem obigen Foto sieht, gibt es keinerlei Mängel an der Fassade, lediglich die positiven Effekte sind wie am ersten Tag:
Ein hervorragendes Raumklima, da es keine kalten Ecken und glühend heiße Heizkörper mehr gibt. Selbst bei Minusgraden sind die Heizkörper nur lauwarm und die Räume sind angenehm gleichmäßig temperiert.
Für mich stellt sich daher auch die Frage der Entsorgung eines WDVS haber nur sehr eingeschränkt. Sicher ist es wie bei vielen Dingen: Wer billig kauft, kauft zweimal oder hat eben schlechte Qualität. Bei einem billigen Sofa, das sie nach 3 Jahren wegwerfen müssen, fragt aber niemand nach der Entsorgung...

Die immer wieder geäußerte Ansicht ein WDVS sei bei der Entsorgung Sondermüll ist schlicht und ergreifend falsch. Es handelt sich um Baustellenabfälle oder Baumischabfall.

Ein großes Problem stellt die häufig sehr schlechte Qualität der Verarbeitung dar. Ich habe im Winter (!) 2011/2012 das Anbringen eines WDVS an Townhouses in Berlin- Friedrichshain verfolgt. Dort wurden bei Temperaturen um 0°C Dämmplatten geklebt und armiert.
Die Armierung mit Gewebe wurde so dünn ausgeführt, dass man die Werbeschrift auf den Dämmplatten durch die aufgebrachte Armierung noch lesen konnte. Das es hier zu Schäden kommen wird, ist klar.

Bei Wärmedämmverbundsystemen verhält es sich natürlich wie bei allen anderen Produkten auch: Sie können gute Qualität kaufen, die dann etwas teurer ist, oder man kauft billig und bekommt dafür nur schlechtes Material.

Auf dem unteren Bild sehen Sie ein Dämmsystem mit einen Kunststoff-"vergüteten" Oberputz. Diese Putze sind leicht zu verarbeiten und man benötigt wegen der dünnen Schichtstärke nur wenig Material. Sie werden deswegen gerne verwendet und massiv beworben.


Gut zu erkennen sind die Veralgung der Fassade und - wenn Sie Ihren Bildschirm größer stellen - die Dübelköpfe der Befestigung, die sich als helle Punkte abzeichnen. Bei diesen System ist der Putzauftrag auf den Dämmplatten nur ca. 4 - 5 mm stark. So können die Metalldübel als Wärmebrücken die Wärme aus der Wand des Gebäudes an die Oberfläche bringen; mit der Folge, dass dort der Putz schneller abtrocknet und sich weniger Verunreinigungen aus der Luft niederschlagen und keine Algen und Pilze bilden. Dadurch bleiben diese Stellen heller.
Algen und Pilze bilden sich auf Putzen mit Kunststoffbeimischungen, da sie einen niedrigen ph-Wert haben. Kalk-Zement-Putze und Silikatputze und -farben haben einen hohen ph-Wert, sind stark alkalisch. Man kann das beim Verarbeiten von Zement gut spüren, da die Alkalität nicht nur für Algen unangenehm ist, sondern auch für unsere Haut.

Durch den hohen ph-Wert der Kalk-Zement-Putze fällt ein weiteres angebliches Problem der WDVS weg: Das Verwenden von Algi- und Fungiziden, auf deren Belastung der Umwelt immer im Zusammenhang mit Außendämmungen hingewiesen wird, ist bei diesen Putzen nicht notwendig.

Durch das Verwenden eines Kalk-Zement-Putzes im Dickschicht-Verfahren ist die Fassade auch besser vor Beschädigungen z.B. von Fahrrädern geschützt.
Schauen Sie einmal nach, wenn Sie im Eingangsberich eines Hauses ein Loch im Putz eines Dämmsystems sehen: Wie dick ist der Putz auf den Platten aufgetragen worden? Sind es 4 - 5 mm oder ca. 10 mm? Sie werden sehen, dass in den allermeisten Fällen Dünnschichtsysteme von diesen Beschädigungen betroffen sind.

Äußerst publikumswirksam sind Fotos oder Filme von brennenden Fassaden, an denen der schmelzende Kunststoff herunter tropft. Es ist leicht vorstell- und nachvollziehbar, dass die dickere Schicht, der von mir bevorzugten Systeme einen wesentlich besseren Brandschutz bietet. Auch hier spielt die Verarbeitung eine große Rolle: Sind Randbereiche, der Sockel oder um die Fenster nicht vollständig mit Gewebe und Putz überzogen, können Flammen leichter den Dämmstoff in Brand setzen.

Geradezu verheerend ist es, wenn die Dämmplatten schlecht verklebt sind (oder nicht dicht an der Wand sitzen) und das Feuer durch undichte Stellen im Randbereich oder an den Fenstern hinter die Dämmplatten gelangt. Dann werden die Flammen durch den "Kamineffekt" hoch gezogen und können bis zum Dach kommen. Bei einem der in vielen Beiträgen gezeigten Brände war genau dies der Fall.

Es freut mich, dass Sie bis hier gelesen haben und sich für das Thema interessieren. Wie Sie sehen, treffen viele der angeblichen Probleme von WDVS nur auf einen Teil der am Markt befindlichen Produkte zu. Das ist als ob man sagen würde: Autos verbrauchen viel Benzin. Bei einem Teil stimmt das, aber nicht bei allen.

Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass ich seit 2007 als unabhängiger Berater tätig bin und hier meine persönliche Meinung vertrete. Ich erhalte von keinem Hersteller oder Verband Zuwendungen oder Vergünstigungem irgend welcher Art.

Auf meiner Homepage erfahren Sie mehr über mich und meine Arbeit:

www.goetzautenrieth.de



Freitag, 27. April 2012

Jeder sechste Deutsche wohnt in einer Schimmelwohnung

Laut einer Studie von immowelt.de leben 17 % der Deutschen in einer schimmeligen Wohnung.

Eine erschreckende Zahl, die sich aber leider mit meinen Erfahrungen deckt. Wie im letzten Post veröffentlicht, sind Schimmelpilze häufig nur schwer zu entdecken, da sie sich hinter Verkleidungen oder unter Fußbodenbelägen befinden. Dadurch ist man einer permanenten unbewussten Belastung durch Sporen ausgesetzt.
Ein weiteres Problem ist, dass man die Pilze erst sieht, wenn sie bereits Luftmyzelien - den sichtbaren Schimmelpilz z.B. auf der Tapete - gebildet haben.

Wenn Sie unter Atembeschwerden, Kurzatmigkeit oder unter Ausschlag leiden, überlegen Sie einmal, ob es sein kann, dass in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus vielleicht Schimmel im Verborgenen "blüht".
Vor allem, wenn Kinder im Haushalt leben, ist Vorsicht angebracht, da die Gefahr der chronischen Erkrankung bei Kindern um ein vielfaches größer ist, als bei Erwachsenen.

Entgegen der Studie ist meine Erfahrung, dass nicht nur hohe Luftfeuchtigkeit und falsches Lüften die Ursache sind. Sehr oft tritt Schimmel in schlecht gedämmten Altbauten auf. In diesen sind die Innenseiten der Außenwände im Winter sehr kalt - spübar durch Zugluft, obwohl Fenster und Türen geschlossen sind.
An diesen kalten Wänden kondensiert die in der Raumluft gebundene Feuchtigkeit und bildet dadurch den idealen Nährboden für das Wachstum von Schimmelpilzen.

Besonders heikel ist, wenn an solchen Außenwänden Schränke stehen. Durch den fehlenden Luftwechsel und die "Dämmwirkung" des Schrankes kühlen die Wände dahinter noch stärker aus. Dann reichen schon geringe Mengen an Feuchtigkeit aus ... und schon schimmelt es.
So gibt es Gebäude, in denen Schimmelbildung kaum zu vermeiden ist.

Rufen Sie mich an, schreiben Sie mir oder kommentieren Sie hier. Ich freue mich auf Nachricht von Ihnen.

Ihr Götz Autenrieth

www.goetzautenrieth.de

Montag, 12. März 2012

Schimmelpilze sind oft schwer zu finden

Häufig berichten Kunden über Gesundheitsbelastungen und vermuten Schimmel in der Wohnung/im Haus. Aber es ist nichts zu sehen...

Wer kennt nicht diese Geschichten von einem Bekannten oder Verwandten, der die alte Vertäfelung von der Wand genommen hat und dahinter war alles verschimmelt?

Neulich hatte ich auch so einen Fall, wie auf dem Foto zu sehen ist: Unter dem recht neuen Laminat und der darunter liegenden Schaumstoffmmatte lagen noch die alten Boden-Platten aus den 60-er Jahren. Durch einen Wasserschaden vor langer Zeit muss Wasser unter die Platten gelaufen sein (diese waren mit Kleber befestigt, der mit einem Zahnspachtel aufgetragen war) und konnte durch das darüber verlegte Laminat nicht verdunsten. So konnten in aller Ruhe die Pilze in feucht-warmer Atmosphäre wachsen.

Beim Entfernen des Laminats und der Platten im Rahmen einer Sanierung kam uns ein stechender Schimmelgeruch entgegen.




Optisch war der Schimmel kaum zu erkennen, da der schwarze Klebstoff ganz ähnlich aussieht.

Diese Erfahrung zeigt wieder einmal, dass es bei einer vermuteten Schimmelbelastung in einem Gebäude unerlässlich ist, alle Hohlräume zu untersuchen, alte Verkleidungen an kritischen Stellen - wie z.B. vor Außenwänden - zu entfernen und die Bodenbeläge aufzunehmen.

Nur so ist gewährleistet, dass man alle Stellen, an denen Schimmel auftreten kann, findet.

Ihr Götz Autenrieth

www.betriebskosten-wohnung.de

Montag, 30. Januar 2012

Eiseskälte und Heizkosten...







Bei den derzeitigen Temperaturen von - 10 °C und kälter verbrauchen wir in wenigen Tagen einen Großteil der Heizkosten des gesamten Jahres.

Wenn Sie Ihre Heizkosten senken möchten, überlegen Sie doch einmal, ob Sie die Raumtemperatur um 1 - 2 ° C drosseln können. Brauchen Sie 21 oder 22° oder reichen an solchen Tagen auch mal 20°?

Vor allem Altbauten und Gebäude aus den 50er bis 70er Jahren haben bei dieser Witterung einen immensen Energiebedarf, den man damit etwas reduzieren kann.
Ihre Kosten und die Umwelt werden es Ihnen danken.

Eine falsche oder übertriebene Sparsamkeit bringt aber nichts: Eine stärkere Absenkung derRaum-temperatur und ein Verzicht aufs Lüften steigern die Gefahr der Schimmelbildung und es wird ungemütlich.

Auch ein Ausstellen der Heizung über Nacht ist kontraproduktiv: Wie man seit einigen Jahren weiss, muss bei einer zu starken Nachtabsenkung am Morgen sehr viel Energie aufgewendet werden um wieder "hoch zu heizen". Man spart nichts und hat ein ungemütliches Raumklima, da zuerst nur die Luft warm wird und Möbel und Wände eisekalt sind.
Nutzer von Gasetagenheizungen können das gut verfolgen: Dort hört man, dass die Heizung - um die Wohnung wieder aufzuwärmen - eine Stunde oder länger durchläuft. Bei Zentralheizungen fällt das weniger auf.

Gerade jetzt ist ein gleichmäßiges Heizen und ausreichendes Lüften wichtig.

Viele Grüße

Ihr Götz Autenrieth

www.goetzautenrieth.de

Sonntag, 8. Januar 2012

Zählerstände regelmäßig ablesen



Anfang des Jahres kommen die Stadtwerke bzw. die Versorger und die Ableseunternehmen wie techem oder ista  ins Haus und lesen die Zähler ab  ...  und viele erleben ihr blaues Wunder:

In Form einer deftigen Nachzahlung kommt das blaue Wunder kurze Zeit später ins Haus geflattert.  Ein Kunde bekam neulich eine Gasnachzahlung von über € 1.000,- die ihn völlig überraschte. Was kann man dagegen tun?

Lesen Sie doch einfach mal im Lauf des Jahres Ihre Zähler ab. Notieren Sie sich die Stände der Wasser-, Strom- und (wenn vorhanden) Gaszähler und vergleichen Sie diese mit den Verbräuchen des Vorjahres. Bei einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus notieren Sie sich die Anzeigewerte der Verteiler an den Heizkörpern oder den Stand des Wärmemengenzählers.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Verbrauch gestiegen ist, können Sie so rechtzeitig über geeignete Massnahmen nachdenken, um Ihren Verbrauch zu reduzieren. Und Sie können z.B. die Vorauszahlung erhöhen, um eine happige Nachzahlung zu vermeiden.

Gründe für steigende oder veränderte Verbräuche gibt es viele: z.B. eine längere Krankheit zwingt Sie mehr zuhause zu sein oder Sie arbeiten mehr von zuhause aus. Dies wird automatisch den Strom- und Heizungsverbrauch erhöhen.

Oder Sie schaffen sich ein Haustier an und müssen mehr waschen, was den Wasser- und Stromverbrauch erhöht. Oft denkt man gar nicht an diese Folgen und erlebt dann bei dem Erhalt der Rechnung das "blaue Wunder".

Schauen Sie 2 bis 3 mal im Jahr auf Ihre Zähler und Sie sind vorbereitet.

Weitere Informationen und Angebote zum Energie sparen finden Sie auf meiner Homepage

www.goetzautenrieth.de