Samstag, 17. Dezember 2011

Noch einmal Schimmel...

Wenn es in Ihrer Wohnung Stellen gibt, an denen leicht Schimmel entstehen kann, müssen Sie wohl oder übel etwas tun, um dessen Entstehen zu verhindern.

Dazu gehört:
  • regelmäßig und ausgiebig lüften - dazu Fenster ganz öffnen
  • Heizung über Nacht nicht ganz ausstellen
  • Tätigkeiten, bei denen Feuchtigkeit entsteht wie z.B. Bügeln oder Wäsche trocknen, in diesem Raum vermeiden
  • nach Möglichkeit in diesem Raum keine Pflanzen aufstellen

Wenn bereits Schimmel vorhanden ist, nicht einfach mit dem Lappen abwischen.Sie bringen damit noch mehr Feuchtigkeit an die Stelle und fördern das Neuentstehen.
Verwenden Sie eine Staubmaske, wenn Sie die Sporen entfernen wollen und wischen Sie mit Spiritus über die betroffene Stelle. Das Tuch oder den Lappen entsorgen und die Mülltüte gleich gut verschließen.
Stoffe - wie z.B. Teppiche oder Sofas - sollten nicht mit einem herkömmlichen Staubsauger - auch nicht, wenn er mit einem Hepa-Filter ausgerüstet ist - abgesaugt werden. Diese können die mikroskopisch kleinen Sporen nicht zurückhalten. Dafür ist ein Spezialsauger (Gefahrstoffsauger der Klasse H) nötig.

Damit sorgen Sie dafür, dass die Ausbreitung gebremst wird.

Die Ursache lässt sich z.B. durch Messung der Oberflächentemperatur an der betreffenden Stelle feststellen.
Mit einem Infrarotthermometer, das berührungslos die Temperaturen von Oberflächen misst, kann ich überprüfen, ob die Temperatur unter dem Taupunkt liegt.
Um den Taupunkt zu bestimmen, messe ich auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.

Da verschiedene Materialien die Entstehung von Schimmelpilzen fördern, ist auch die Untersuchung des Untergrundes - Farbe, Tapete, Putz - für die Ursachenermittlung wichtig.

Informationen zum Thema und Angebote finden Sie unter www.goetzautenrieth.de

Entgegen der immer wieder mal vertretenen Meinung fördern Außenwand-Dämmsysteme das Entstehen von Schimmel nicht.
Ganz im Gegenteil: Da sie die Wandinnentemperatur erhöhen, verringern sie die Gefahr, dass sich Kondensat nieder schlägt; und verringern damit das Risiko der Schimmelbildung.

Das in diesem Zusammenhang häufig angeführte Argument, das Feuchtigkeit nicht mehr nach außen entweichen könne, ist falsch. Immer wieder wird auch von "atmenden Wänden" gesprochen.
Die Feuchtigkeit, die sich an der Wand als Kondensat nieder schlägt, kann nicht in die Wand (um dann evtl. nach außen zu diffundieren) da wir meistens Dispersionsfarben als Anstrich nehmen, die diffusionsundurchlässig sind.
Sonst würde die Feuchtigkeit an kalten Stellen nicht auf der Innenseite bleiben. Auch wenn man eine hochwertige diffusionsoffene Farbe verwendet, ist die Menge der durch die Wand gehenden Feuchtigkeit sehr gering.
Diese geringen Mengen können auch problemlos durch ein Dämmsystem hindurch.

www.goetzautenrieth.de

Sachverständiger für Schimmelpilzschäden (TÜV)

Sonntag, 13. November 2011

Schimmel in der Wohnung








Diese Fotos habe ich vor ein paar Tagen bei Kunden aufgenommen.

Gut zu sehen ist, wie der Schimmel sich ausbreitet, erst ein weißer Flaum, der kaum zu sehen ist und dann die Verfärbungen.
Die Tapete und die meisten Wandfarben, die wir verwenden sind als organische Materialien ein idealer Nährboden für den Schimmel.

Aber wie entsteht er?

Alle kennen das: beschlagene Brillengläser, wenn man im Winter einen Raum betritt. Was passiert da und warum?
Da die Gläser noch kalt sind, die Luft aber im Raum deutlich wärmer, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondensat auf den Gläsern nieder.
Genau so verhält es sich mit den Außenwänden in der Wohnung: Sind sie zu kalt und ist die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch, schlägt sie sich an der Oberfläche nieder. Wenn das häufig oder konstant passiert, entsteht Schimmel.
Das Entscheidende ist also die Temperatur der Wand

Der Vergleich mit der Brille hilft hier wieder: Ist man erst mal ein paar Minuten im Raum und die Gläser sind genauso warm wie die Luft, beschlagen sie nicht mehr.

Die Wand auf dem Foto hatte bei meiner Messung eine Temperatur von nur ca. 16°C, bei einer Außentemperatur von ca. 2°C und einer Raumtemperatur von 20 - 21°!
Aus Tabellen kann man entnehmen, ab welcher Luftfeuchtigkeit bei diesen Gegebenheiten Kondensat ausfällt.
Im genannten Fall ist dies bereits bei gut 60% der Fall. Und die sind schnell erreicht z.B. in der Küche, man kann ja nicht ständig beim Kochen oder Geschirr spülen das Fenster geöffnet lassen.

Außerdem errechnet sich aus den gemessenen Werten ein verheerender U-Wert der Außenwand von über 1,6 W/m²K. Dieser Wert ist schlechter als der von neuen Fenstern. So kommt es, dass Kondensat nicht mehr wie früher an den Scheiben ausfällt, sondern an der Wand.
Somit ist diese Küche leider ein "gutes" Beispiel für eine für eine nicht durchdachte Sanierung. Hier wurden nur die Fenster ausgetauscht und die Fassade hübsch neu gestrichen.

Dabei ist gerade in Gebäuden wie diesen (50er bis 70er Jahre) eine Dämmung der Fassade dringend zu empfehlen, da die sehr schlechten U-Werte für hohe Heizkosten sorgen.
Bei weiter steigenden Energiepreisen wird das zukünftig ein großes Problem werden.

Nachtrag 19.02.2014

Nachdem die Mieter die Tapeten entfernt, die Küche gründlich gereinigt und neu gestrichen haben, wuchsen bereits nach einigen Wochen wieder Schimmelpilze an der Außenwand der Küche.
Da mittlerweile bekannt wurde, dass auch in anderen Wohnungen des Hauses Probleme mit Schimmelpilzen bestehen, sind die Mieter ausgezogen.
Sie haben sich für ein saniertes und gut gedämmtes Mehrfamilienhaus in der Nähe entschieden.


Fragen Sie mich, wie Sie Schimmel vermeiden können und was bei Schimmelpilzbefall tun können: www.goetzautenrieth.de

Dienstag, 8. November 2011

Dämmung der obersten Geschossdecke, EnEV 2009



Neulich haben mir Kunden eine Frage gestellt:

Müssen wir unsere oberste Geschossdecke bis Ende 2011 nach den Vorschriften der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 dämmen?

Man sollte meinen die Antwort sei ganz einfach ...Ist sie erst einmal auch. 

Die EnEV 2009 schreibt vor, dass ungedämmte und zugängliche oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachböden bis 31.12.2011 mit einer Dämmung nachgerüstet werden müssen. Ungedämmt heißt laut der 15. Staffel der Auslegungsfragen zur EnEV, dass die Decke nicht den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 erfüllt. Dort ist ein u-Wert von höchstens 0,9 genannt.

Wer schon einmal in einer obersten Etage gewohnt hat, kann aber die Verpflichtung zur Nachrüstung leicht nachvollziehen. Wenn nicht (oder nur wenig) gedämmt ist, kann man im Winter heizen wie man will, so richtig warm wird es nie.

Daher ist diese Vorschrift der EnEV auch ausdrücklich zu begrüßen. 

Vor einigen Jahren habe ich das selbst ausprobiert:
Ich wohnte in einer Altbauwohnung über der sich der nicht ausgebaute und nicht gedämmte Dachboden befand. Im Winter glühten die Heizkörper, aber irgendwie zog es und es waren kaum 20°C zu erreichen.
Da ich noch einige Dämmplatten übrig hatte, habe ich diese einfach über meinem Wohnzimmer und dem Bad ausgelegt und mit Spanplatten lose belegt. Für eine Mietwohnung war das ja schon genug Aufwand...
Und siehe da: Problemlos erreichte ich auch bei Frost 21°C oder mehr, die Heizkörper wurden nicht mehr so heiß und es zog nicht mehr!

Ein ganz anderes Wohnen war das.

Zurück zur Frage meiner Kunden: Muss Dämmung durch die Eigentümer nachgerüstet werden?

Im Prinzip ja, aber die Vorschriften der EnEV gelten unter dem Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit der Massnahme. Das heißt: Ist innerhalb eines "angemessenen" Zeitraums keine Amortisation der Dämmmassnahme zu erwarten, muss nicht gedämmt werden.
Was angemessen bedeutet ist meines Wissens noch nicht abschließend geklärt.

Und damit es noch ein wenig schwieriger wird, gibt es jetzt auch noch eine Stellungnahme der "Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferrenz". In dieser Stellungnahme steht, dass bei Holzbalkendecken und bei ab 1969 errichteten Häusern davon ausgegangen werden kann, dass der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 erfüllt ist.

Wie die Kommission darauf kommt ist mir völlig unklar.

Diese Stellungnahme ist ein katastrophales Signal. Die Bundesregierung führt damit den Sinn der EnEV ad absurdum.

Wozu brauche ich Verordnungen, wenn ich mich nicht daran halten muss? Wie finde ich heraus, ob die Decke in meinem Haus die DIN 4108 erfüllt?

Da ich selbst viele Jahre Eigentümer war, liegt mir eine Bevormundung und "Gängelung" - wie es in den Medien immer mal hieß - der Vermieter fern; aber gerade diese meist nicht sehr kostenintensive und wirkungsvolle Massnahme nicht vorzuschreiben, ist für mich wirklich eine Bankrotterklärung der Politik.

Gerade die Dachdämmung ist ein wichtiger Teil der energetischen Gebäudesanierung. Auf Grund des großen Anteils des Daches an der Hüllfäche eines Gebäudes, entweicht ein großer Teil der Wärme durch die oberste Geschossdecke. Mit einer Dämmung nach EnEV läßt sich der Energieverbrauch eines Gebäudes um bis zu 20 % senken.

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Mittwoch, 19. Oktober 2011

Heizkosten 2010

www.goetzautenrieth.de

Die Abrechnungen über die Heizkosten 2010 flattern in diesen Tagen bei vielen Mietern und Eigentümern ins Haus...und viele dürften erschrecken:
Es gibt saftige Nachzahlungen, egal ob als Mieter im Mehrfamilienhaus oder als Eigentümer. Schuld daran sind 2 Dinge:
  • die gestiegenen Preise für Energie und 
  • der kalte Winter 2009/2010, in dem wir schon im November Schnee und Temperaturen unter 0°C hatten
Verschärft wird das Problem häufig dadurch, dass die Vorauszahlungen viel zu niedrig waren.

Laut aktuellem Heizspiegel sind die Kosten von ölbeheizten Wohnungen um über 30% gestiegen.
Dazu kommt, dass nach den mir beisher vorliegenden Abrechnungen die Ableseunternehmen ebenfalls die Preise angehoben haben; und das obwohl hier schon vorher Traumrenditen erzielt wurden...

Bereits vor einem halben Jahr habe ich auf meiner Homepage - www.betriebskosten-wohnung.de -  auf das Risiko der hohen Nachzahlungen hingewiesen unter dem Titel "fangen Sie schon mal an zu sparen"

Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht, ständig hört man von geplanten oder bereits erfolgten Preiserhöhungen bei Gas, Öl und Fernwärme.

Sie können den Anstieg der Kosten begrenzen, wenn Sie ein Paar Tipps beachten und damit ganz nebenbei auch die Umwelt entlasten:
  • Absenken der Raumtemperatur um 1- 2 °C
  • Reduzierung der Vorlauftemperatur der Heizung - soweit möglich. Bei einer Gastherme z.B. reicht es meistens, wenn der Regler unter einer evtl. angebrachten "E" oder "Energie" Einstellung steht. Probieren Sie es aus, die Heizkörper müssen heute nicht mehr glühend heiß sein.
  • Sind Ihre Fenster und Türen dicht? Schauen Sie am Einfachsten am Rahmen, ob Sie schwarze oder braune Spuren sehen. Diese sind meistens von Zuglufterscheinungen verursacht und weisen gut den Weg auf undichte Stellen.
  • Sind die Rohre in ungeheizten Räumen ausreichend gedämmt? Ansonsten rüsten Sie die Dämmung nach.
  • Senken Sie die Raumtemperatur in Ihrer Abwesenheit oder über Nacht nicht zu stark ab. 1 - 2 °C Differenz genügen. Es ist mittlerweile erwiesen, dass ein dann nötiges starkes "Hochheizen", wenn Sie nach Hause kommen, mehr Energie verbraucht. Als Grundatz gilt: möglichst wenig an Thermostatventilen oder Regelungen drehen.
  • Außerdem fördern Sie mit einem Ausstellen der Heizung bei Nacht oder Abwesenheit mit anschließendem Aufheizen das Entstehen von Kondensat und evtl. sogar Schimmel; durch nur kurzes Aufheizen bleiben die Wände kalt und Feuchtigkeit schlägt sich nieder wie früher an kalten Fenstern.
Eine weitere Möglichkeit der Kostenexplosion am Energiemarkt zu entkommen, stellt der Wechsel des Strom- und Gasanbieters dar.
Vor allem für Nutzer von Gasetagenheizungen oder für Hausbesitzer gibt es enorme Einsparpotenziale.
Bei einer 100 m²-Wohnung lassen sich in Berlin bis zu € 300,- im Jahr sparen.

Achten Sie aber auf die Konditionen der Angebote und vergleichen Sie gut!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Ungedämmte Heizungsrohre

Heizungsrohre im Keller

So sollte es eigentlich nicht mehr aussehen...was selbst einem Laien einleuchtet, ist manchen Eigentümern noch nicht klar: Heizungsrohre im ungeheizten Bereichen müssen gedämmt sein.
Laut Energieeinspaverordnung ENEV  besteht eine Nachrüstpflicht!

Da dies aber leider - vor allem wie hier im Bereich von Biegungen - mit Aufwand und Kosten verbunden ist, gibt es immer noch viele Häuser, in denen die Keller ordentlich "mitgeheizt" werden.
Dabei sind die Verluste immens. Gerade im Winter, wenn der Keller 5 - 10°C hat und die Rohre 60°C ist diese Nachlässigkeit eine Energieverschwendung erster Klasse.

Manche Fachleute sagen zu solchen Erlebnissen: Energie ist einfach immer noch zu billig.

Natürlich ist so eine Aussage provozierend, aber bei dem was ich bei meiner Arbeit zu sehen bekomme, habe ich dieses Gefühl auch häufig:
  • Undichte Fenster mit Heizkörpern darunter, so dass die Wärme direkt ins Freie entweichen kann.
  • Heizkörpernischen, in denen es unter den Fensterbänken durchzieht
  • undichte und schiefe Wohnungseingangstüren, vor allem in Altbauten
  • schlecht eingestellte und gewartete Heizungen
  • usw. usw.
Diese Liste ließe sich fast unendlich fortsetzen und zeigt den immer noch sehr schlechten energetischen Zustand vieler Gebäude.

Goetz Autenrieth  www.GoetzAutenrieth.de

Dienstag, 27. September 2011

Häuser ohne Dämmung verschwenden Energie

Man glaubt es kaum...aber es ist immer noch erlaubt, dass ein Eigentümer sein Haus nur streicht, ohne es zu dämmen. 
Also wird ein Gerüst gestellt, der Putz ausgebessert, vielleicht die Fallrohre ausgetauscht usw.
Und dann wird gestrichen. Auf dem Foto ist ein Beispiel zu sehen.

Damit ist die Chance Enerige und CO² einzusparen für die nächsten 20 Jahre vertan. Vorher wird sicher kein Gerüst mehr gestellt und kein Geld für die Fassade ausgegeben...Ökologisch eine Katastrophe, aber laut Energieeinsparverordnung erlaubt.

Wenn das Haus z.B. 14 Wohnungen mit ca. 1.200 m² Wohnfläche hat (ein typisches Berliner Mietshaus) und man von 130 kWh Verbrauch pro m² ausgeht, produziert das Haus pro Jahr gut 31 Tonnen CO².
Mit einer Dämmung der Fassade würde der Verbrauch um ca. 30 % sinken  - natürlich je nach Stärke der Dämmung usw.
Also ein Ersparnis von 10 Tonnen CO² pro Jahr. Und nun wird aber erst in 20 Jahren gedämmt, wenn die Fassade das nächste Mal renoviert werden muss.
Das heißt es werden 200 Tonnen CO² in die Luft geblasen, weil ein Eigentümer beschlossen hat, nicht zu dämmen.

Und da regen wir uns über jedes Gramm CO² auf, das ein Auto produziert...

Aber ... die Medaille hat meines Erachtens zwei Seiten: Für Eigentümer einer vermieteten Immobilie fehlen häufig die Anreize, in die Verbesserung des energetischen Standards zu investieren.
Es gibt zwar günstige Darlehen der KfW und andere Programme, aber noch schauen die meisten  Mieter als erstes auf den Mietpreis pro qm und dann erst - wenn überhaupt - auf den Energieverbrauch der neuen Wohnung.
Wenn der Eigentümer in energiesparende Maßnahmen investiert, muss oder möchte er verständlicherweise z.B. € 0,50 pro qm mehr an Miete erzielen; da häufig aber die Vermieter bei der Vermarktung der Immobilie gar nicht dabei sind und diese über die Verwaltung oder Makler erledigen lassen, sind diese gefordert.
Gefordert, den Interessenten die Vorteile der an einem Objekt durchgeführten Maßnahmen zu erläutern: die Einsparung an CO², den geringeren Verbrauch an Heizenergie, der die Resourcen schont, die Verbesserung der Wohnqualität durch den Wegfall von kalten Stellen und Zugluft und die Vermeidung von Kondensat und Schimmel.

Demnächst mehr...

www.goetzautenrieth.de